Leserbriefe

Unendlich lange 13 Minuten musste Angela Merkel neben Horst Seehofer am Pranger bzw. auf der Bühne stehen und sich demütigen lassen. Aber schon im Mittelalter standen meist die Falschen am Pranger und der Pöbel stand davor.

Sie ist für mich die moralische Siegerin in dieser bayerischen Provinzposse. Für Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit gibt es keine Obergrenzen.

Zu "Rückendeckung vom Kumpel"
(Sport) vom 12. Nobember 2015:

Was haben die Menschen, die Franz Beckenbauer losgeschickt haben, um die WM 2006 zu bekommen, eigentlich erwartet? Dass er nur durch seinen Charme und sein freundliches Lächeln überzeugt und ohne Bestechung auskommt bei einer FIFA, die durch und durch korrupt ist.
So naiv konnte doch niemand sein. Franz Beckenbauer kann man nur vorwerfen, dass er so dumm war und sich zu diesem Himmelfahrtskommando auch noch freiwillig gemeldet hat.
Mit den nötigen finanziellen Mitteln hätten wir nicht Beckenbauer gebraucht, um die WM nach Deutschland zu holen. Ein dressierter Berhardiner hätte genügt.

Menschen, die wir indirekt durch unsere Waffenlieferungen und durch unsere rückhaltlose Unterstützung der aggressiven amerikanischen Außenpolitik in die Flucht getrieben haben, stehen nun plötzlich vor unserer Tür und bitten um Hilfe. Ausgerechnet die einzigen beiden Parteien, die das C für christliche Nächstenliebe in ihrem Parteinamen führen, haben jetzt Angst um ihre Zukunft.

Gerade jetzt könnten CDU/CSU und ihre ach so christlichen Wähler zeigen, dass sie es ernst meinen mit ihrer gepredigten Nächstenliebe. Dass die Schwesterparteien das C nur als Lockmittel einsetzen, war mir schon lange klar, aber dass auch die Wähler, die darauf hereingefallen sind, jetzt den Schwanz einziehen, ist bezeichnend für die bigotten Schönwetter-Christen.

Wenn jetzt die Umfragewerte für die Union sinken und die Stimmung an der Basis dramatisch ist, dann wäre das eine gute Gelegenheit, sich von dem Teil der Basis zu trennen, der mit der Pegida sympathisiert. Der Zulauf für diese rassistischten Brandstifter kommt mit Sicherheit nicht von der SPD, von den Linken oder den Grünen.

Zu "VW-Chef Winterkorn tritt zurück" - 24. September 2015

Wenn es eine Methode gibt, sich mit manipulierten Abgaswerten Vorteile auf dem amerikanischen Markt zu verschaffen, dann wird das auch gemacht. Und zwar von allen.

Ich glaube nicht, dass BMW, Audi und Mercedes auf diese Möglichkeit verzichtet haben. Weder aus Inkompetenz noch aus Ehrlichkeit. Der sogenannte VW-Skandal ist also nur die Spitze des Eisbergs.

Dass der Skandal Herrn Winterkorn ausgerechnet in der Woche zum Rücktritt zwingt, in der seine Vertragsverlängerung bis 2018 anstand, kann kein Zufall sein. Die Betrügereien mit den Abgaswerten sind Insidern seit langem bekannt und niemand, der Herrn Piëch kennt, hat erwartet, dass er seinen verlorenen Machtkampf mit Herrn Winterkorn einfach so hinnimmt, ohne nachzutreten.

Da unsere hehren Umweltziele bis 2050 alle von den falschen und manipulierten Basiswerten ausgehen, sollten wir ihm eigentlich dankbar sein und neu über unsere Zielsetzungen nachdenken. Die Politik sollte daraus lernen, dass wirtschaftlich orientierte Unternehmen dieser Größenordnung kein Gewissen haben und dass man ihnen permanent auf die Finger schauen muss.

Zu "Sind Kuhglocken Tierquälerei?
(Bayern) vom 25. August. 2015

Natürlich sind Kuhglocken Tierquälerei. Allein das Fragezeichen ist schon eine Unverschämtheit. Darauf folgt noch der intelligente Hinweis, dass Wanderern etwas fehlen würde, wenn die armen Kühe von ihren überflüssigen Anhängseln befreit werden. Ich schlage vor, dass sich jeder dieser Wanderer eine Woche lang eine Glocke um den Hals hängt; auch nachts beim Schlafen. Dann bekäme das Wort "Rinderwahnsinn" eine ganz neue Bedeutung für diese Brauchtumsfetischisten.

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